Scrum Prozess = Projektmanagment 2.0?

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Scrum Was? Der Scrum Prozess ist nicht gerade etwas, das man auf den ersten Blick versteht oder schon einmal gehört hat. Hierbei handelt es sich um eine flexible Form des Projektmanagements, die es sich lohnt, einmal näher anzuschauen. Denn nicht nur bei uns im Agenturbereich erleichtern solche Techniken oder neue Sichtweisen die Arbeit und den Projektablauf.

Scrum? Kenn ich nicht!?

Unter der Methode Scrum versteht man eine Form des agilen Projektmanagements. Klassische Anweisungen und eine übergeordnete Kontrollorganisation wird durch freiere Arbeitsprozesse ersetzt. Für alle Projektbeteiligten gibt es hier lediglich eine Zielvorgabe, die es gilt durch eigene Kreativität und Wissen umzusetzen.

Innerhalb des Systems nehmen Mitglieder des Projektteams unterschiedliche Rollen wahr, die einzelnen Projektaufgaben ergeben sich aus den Kundenanforderungen sowie täglichen kurzen Besprechungen zum Projektablauf. Diese täglichen Meetings sind so wichtig, dass sich hieraus auch der Name Scrum gebildet hat. Beim Rugby bedeutet Srum einen dichten Pulg von Spielern – die sich um den Ball tümmeln. Im Vergleich dazu versammelt sich das Projektteam um seine gemeinsamen Aufgaben.

Selbstorganisation ist alles!

Innerhalb des Scrum Prozesses sollen nur wenige einfache Regeln gelten. Diese sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Ziel auch erreicht wird. Am besten funktioniert die Methode in einem Team, das sich zum einen selbst organisieren kann und vor allem aus verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Kompetenzen besteht. Ist das Team gefunden, gibt es verschiedene Rollen:

Produkteigner:

  • vertritt die Anwender des Produkts oder die Steakholder des Projekts, kurz gesagt alle, die ein Interesse am Erfolg des Produkts haben.

Scrum-Master:

  • Dienstleister und Moderator für das Projektteam
  • Beschafft die notwendigen Ansprechparter intern wie extern und stellt Ressourcen bereit.
  • Hilft bei methodischen Problemen und stellt sicher, dass definierte Regeln eingehalten werden

Projektteam:

  • 5 bis 10 Mann stark
  • Alle Aufgaben werden selbst organisiert
  • Es gibt keine Hierarchie und jeder hat dieselben Rechte und Pflichten
  • Jedes Mitglied darf seine Aufgaben selbst wählen, was auf der einen Seite Vertrauen auf Manager-Seite hervorruft und gleichzeitig auf der Mitarbeiter -Seite das Pflichtbewusstsein stärkt.

 

Ab geht’s: Scum Prosess in 8 Schritten
1. Story Cards: Alle Elemente und Merkmale des Produkts werden in den Worten der Mitglieder des Projektteams aufgeschrieben (nicht in Fachjargon). Auf diese Weise wird sichtbar, welche Ressourcen wirklich für das Projekt benötigt werden.

2. Arbeitspakete Schnüren: Aus den Anforderungen des Produkteigners wird ein Produkt-Backlog erstellt. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von allen Funktionen und Merkmalen die das Produkt haben soll.

3. Prioritäten: Anschließend werden Prioritäten vergeben und zugeordnet oder zusammengefasst. Unwichtige Punkte können hier an dieser Stelle aussortiert werden.

4. Planung von Sprint: An dieser Stelle werden Rahmenbedingungen abgecheckt. Hier werden Fragen geklärt wie: wo kann ein tägliches Treffen stattfinden? Was sind die Teilaufgaben und Meilensteine, in die das Projekt aufgeteilt werden kann? Welche Konventionen und Schnittstellen sind einzuhalten? Die Antworten hierauf definieren das weitere Vorgehen.

5. Sprint Backlog: Einzelne Aufgaben, die zu erledigen sind, werden Tickets genannt. Alle diese Tickets werden im Sprint Backlog aufgeführt. Aus diesen ergibt sich der Maßnahmenplan für jeden Arbeitszyklus, den sogenannten Sprint. Jedes Teammitglied übernimmt eigenverantwortlich ihm zugeteilte Aufgaben.

6. Sprint: Jedes Teammitglied übernimmt eigenverantwortlich ihm zugeteilte Aufgaben. Gemäß des Aufgabenplans (Sprint Backlog) werden Teillösungen herausgearbeitet.

7. Täglicher Scrum: Beim täglichen, 15-minütigem Meeting berichtet jeder von seinen Ergebnissen aber auch Hindernissen, die sich ergeben. Der Scrum-Master ist dafür zuständig all diese zu beheben. Im Sprint-Burndown wird dann zusammengefasst, wie weit das Projekt bisher fortgeschritten ist.

8. Sprint Review Meeting: Nach jedem Sprint erfolgt eine Fortschrittskontrolle. Hier werden die Ergebnisse vorgestellt und müssen vom Produkteigner angenommen werden.

9. Projektabschluss: Wurden alle Sprints erfolgreich durchlaufen, wird das fertige Produkt an den Produkteigner übergeben und das Projekt ist abgeschlossen.

Die Scrum Methode zum Projektmanagement ist auf jeden Fall eine gute Alternative zum klassischen Projektmanagement, jedoch können auch hier Probleme auftreten. Letztendlich muss in jedem Unternehmen selbstständig darüber entschieden werden, nach welchem Prinzip Projektmanagement betrieben werden soll. Die Methoden müssen dann vor allem eins: Innerhalb der bereits bestehenden Strukturen funktionieren.

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